Trage nur deinen Hut!
Dies ist er also: mein erster Post in der Kategorie „How Starbucks Changed My Life.“
Wie der Name bereits sagt, möchte ich hier erzählen, wie mich Starbucks verändert hat. Nein, ich meine nicht meinen Kaffee-Konsum; sondern meine Persönlichkeit. Vor Starbucks sah meine Persönlichkeit anders aus. Ich dachte anders. Ich handelte anders. Ich ging anders an Problemen ran… usw… ich möchte in dieser Kategorie Starbucks nicht lobpreisen oder verteidigen… ich möchte nur erzählen, was mit mir passiert ist, was ich gelernt habe und was mich verändert hat. Vielleicht rege ich den ein oder anderen an mir Feedback zu geben oder inspiriere den ein oder anderen zum Nachdenken.
Das folgende mag einige von euch überraschen, die mich länger als zwei Jahre kennen. Aber eines schon vorweg: der jetztige Benny, ist der “echte” und “einzige” Benny!
So genug eingeleitet; was ist denn jetzt mit dem Hut? In seinem Buch Six Hat Thinking, setzt Edward de Bono unsere verschiedenen Arten zu denken mit Hüten gleich. Fazit ist jedenfalls, dass wenn man nur einen Hut trägt, man genau weiß, wer man ist und sich weigert weniger zu sein. Man weiß sich und seine Arbeit zu schätzen. Wenn mal was nicht mit dir oder deiner Arbeit stimmt, bemerkt man dies ebenso sofort. Wenn man also weiß, wer man ist, dann wird eigentlich alles einfacher – auch schwere Herausforderungen.
Meinen Hut habe ich erst bei Starbucks gefunden. Früher hatte ich viele verschiedene Hüte… aber erstmal zurück zum Anfang.
Als ich Mitte der 90er von der Realschule auf das Gymnasium wechselte (ich komm aus nem kleinen Kuhkaff, das weniger Einwohner als das Gym Schüler hatte), hörte ich auf den Rat meiner „Freunde“, sich anzupassen, um nicht als uncool zu gelten; denn uncoole Leute will niemand zum Freund… und siehe da , ich legte mir einen neuen Hut zu. Der Benjamin in der Schule, war aber nicht der Benjamin zu Haus. Dort trug er den Namen „Benny“ und damit auch einen anderen Hut. Ich hatte auch richtige Freunde, bei denen ich ebenfalls einen anderen Namen („Ben“) und Hut trug. So zog sich das ganze weiter: ich hatte einen Hut für meine Freundin, einen anderen Hut für meine Kollegen bei der Schülerzeitung, einen nächsten Hut für meinen Schülerjob (freischaffender Redakteur für eine lokale Wochenzeitung) und noch einen anderen Hut, wenn ich Briefe an meine Brieffreundin schrieb.
Das zog sich auch in meine Studienzeit über. Ich trug einen anderen Hut bei meinen Kommilitonen, einen anderen bei meinen „Nicht-Studi-Freunden“, einen anderen bei Leuten, die mich nicht kannten, einen Hut zum Einkaufen, einen Hut zum Daten und auch noch einen Hut, wenn ich als Gast den Starbucks in Heidelberg betrat.
Eigentlich funktionierte diese Methode die ganzen Jahre lang, aber innerlich war ein nervöses Wrack. Ich versuchte einfach zu viele verschiedene „ichs“ für zu viele verschiedene Leute zu sein. Eines Tages – es war nach meiner Exmatrikulation und meiner Absage beim Zoll – als ich mir selbst die Frage stellte: Benny, was ist mit dir geworden? Wer bist du wirklich? Wo willst du hin?
Ich realisierte, dass wenn ich immer wieder versuche jemand/etwas zu sein, der/das ich gar nicht bin, ich gleichzeitig mich selbst daran hindere, das Beste aus mir herauszuholen. Ich war einfach zu sehr damit beschäftigt die ganzen verschiedenen Hüte zu jonglieren. Trägt man so viele Hüte, muss man seine Emotionen lernen zu kontrollieren und zu unterdrücken; leider unterdrückte ich dabei auch meine Leidenschaft. In dem ich also versuchte jedem gerecht zu werden und das „Richtige“ zu tun, schnitt ich leider auch Teile meiner Persönlichkeit ab. Ich wusste, dass es so nicht weiter gehen konnte und wusste plötzlich, was ich zu tun hatte, um meine Ziele zu erreichen und andere inspirieren zu können: ich begann nach etwas zu suchen. Ich suchte „den einen“ Hut; meinen Hut. Nicht einen den irgendjemand als modisch oder elegant empfand, sondern einen der mir passt. Ich begann also ehrlich zu mir und anderen zu sein und fand schließlich meinen Hut. Ich mochte Kaffee – egal welchen Hut ich trug. Ich mochte es Wissen zu vermitteln (deshalb wollte ich ja Lehrer werden – ich liebe den Moment, wenn du jemanden mit deiner Leidenschaft anstecken kannst – Geschichte war es zu diesem Zeitpunkt). Und ich mochte den American Way of Life. Durch irgendeinen Zufall fiel mir das Buch „Pour Your Heart Into It“ von Howard Schultz in die Hände. Ich las über die Geschichte von Starbucks, die Werte, den Kaffee, die Philosophie und das Geschäft. Irgendwie kombinierte Starbucks all meine Leidenschaften: meine Liebe zu Kaffee, Wissen über Kaffee und des Geschichte und natürlich die amerikanische Art und Weise zu denken und zu handeln. Ein Satz in dem Buch brachte mich zu einem Entschluss: „We are not in the coffee business serving people; we are in the people business serving coffee“
Ich betrat das Heidelberger Coffee House am 15.4.2006; fragte den Store Manager nach einem Bewerbungsgespräch und begann meine Kaffeereise am 01.05.2006!
Ich hatte endlich meinen Hut gefunden!
Vielen Dank und bis bald,
Euer Benny.

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